Ich war mal wieder ein wenig in den Bergen unterwegs. Heute bzw. gestern sollte es über den Riffelrieß in Richtung Zugspitze gehen. Kommen wir gleich zur Sache, das Tagesziel wurde nur Erreicht, weil es umgeplant wurde!

Fangen wir ganz vorn an, bei der Tourenplanung. Der Samstag sollte genutzt werden sich körperlich zu ertüchtigen, den höchsten Berg Deutschlands zu erklimmen und eine schöne Aussicht zu genießen. Nun also mal eben in den Routenplaner geschaut und siehe da, die Anfahrt mit dem Auto ist natürlich nicht bis hoch zu Zugspitze gegeben, aber wir wollten ja eh wandern. Als Parkplatz eignet sich das weitläufige Privatgelände am Eibsee, dort kostet das Parken auch nur drei Euro am Tag – Für einen unbewachten Parkplatz ohne Haftung schonmal super :-/

Okay, da bleibt der Karren also stehen. Die weitere Erkundung des Kartenmaterials mit Hilfe von MapSource ergab, dass es einen super Fußweg vom Parkplatz zum Riffelrieß gibt, der sich sogar weiter bis zum Gipfel der Zugspitze nutzen lässt. So war dann auch der Plan und die Reise begann am Samstag morgen!

Gut erkennbarer Weg

Der Start verlief super, ein einfacher Weg, der mit einem voll geländefähigen fahrbarem Untersatz auch noch zu bewältigen wäre – Zumindest der erste Kilometer, auf dem es auch nur 200 Höhenmeter waren. Dann aber wurde es eher ein oft genutzter Pfad, der sich aber schon wenige 100m weiter in einen selten genutzten wandelte. Es dauerte eigentlich nur wenige Meter, dann war es schon schwer den Weg zu sehen, aber machbar…einmal falsch abgebogen, da es ein sehr verzweigtes Trampelpfad Netz ist, aber zügig auf den eigenen Weg zurück gefunden – Navi sei dank!

Auf diesen noch erkennbaren Pfaden war die Steigung teilweise schon deutlicher, aber durchaus machbar. Schlimmer wurde es erst nachdem die Schienen der Eibsee / Zahnradbahn überquert waren. Hier stand übrigens das einzige Schild auf dem ganzen Riffelrieß – Weg!

Von hier an gab es faktisch keinen Weg mehr. Es deutet sich zwar etwas an, aber wenn mein kleiner Freund Garmin nicht gesagt hätte, dass sei der Riffelrieß, dann wäre ich fest davon überzeugt es gebe keine Weg – Ausser vielleicht Laufrouten von Bergziegen o.ä. 😀

Nun denn, du willst den Berg hoch also los! Die Reise ging also weiter, immer den Hügel hinauf…hinauf war auch der Hauptfaktor – Bei 200m Fortbewegung Richtung Ziel wurden mal eben nebenbei 100 Höhenmeter mitgenommen => Das ist schon ein wenig anstrengend. Ab hier ging dann auch die wirklich Suche nach dem Weg los. Das Navi musste wirklich den Weg weißen, denn zu erkennen war nichts mehr…aber umkehren? Niemals!

Das Spielchen ging dann noch eine ganze Weile weiter, denn der Riffelrieß sollte ja bezwungen werden! Es ging durch Tannenbüsche bis Wäldchen, über Freiflächen und Geröllhänge…bis, ja bis zur Neuausrichtung der Tageszielsetzung!

In 1840m Höhe war die Motivation, den Aufstieg fort zu setzen zwar da, aber die Beurteilung der Lage ergab, dass es klüger währe, es nicht zu tun – Auch wenn seit geraumer Zeit der einzige Grund für die Fortsetung des Aufstiegen war, dass der Abstieg des bisher geschafften die Hölle sein müsse!

Kurz zur Örtlichkeit: Alles vom eigenen Standort auf in Richtung oben bestand aus einer Geröllfläche, auf der gemäß Karte ein „Pfad“ sein sollte, aber keiner erkennbar oder auch nur zu erahnen gewesen währe. Aus diesem Grund und auf Grund meiner äußerst qualifizierten Ausrüstung (mit der mich wahrscheinlich keiner bis hier hätte hochgelassen), wurde das Tagesziel neu definiert: Heil den Berg wieder hinunter zum Eibsee.

Gesagt getan…der „Weg“ war nun ja quasi schon bekannt…

Diese Entscheidung wurde auch unmittelbar nach Aufbruch belohnt, denn es gab einen „kleinen“ Wetterumschwung…und innerhalb von drei Minuten waren die Wolken, die eben noch die Gipfel umgaben auf und unter meiner Höhe…aus dem Tal hörte man schon ein schönes Donnern und dann setze auch noch Regen ein…ein Traum!

…erstaunlicherweise tauchte der Riffelrieß nun stellenweise doch deutlicher auf. Die Änderung des Blickwinkels, von oben statt von unten, half tatsächlich um ihm zu folgen. Am Ende war es dann doch ein deutlich anderer Weg, der mich wieder zu den Schienen der Eibseebahn führte, aber zumindest bin ich dort wieder angekommen 😉

Von da aus gings dann über das Trampelpfadsystem zurück zum Weg und zum Parkplatz…insgesamt war die Riffelrieß – Tour schon schön, wenn auch zeitweise sehr anstrengend und gefährlich. Ich rate sicherheitshalber allen davon ab, diesen Weg alleine und ohne qualifizierte Ausrüstung zu begehen! Wanderschuhe und nen Rucksack mit Jacke und Trinkflasche reicht definitiv nicht! Sollten aber trotzdem dabei sein 😀

Hier noch einige Eindrücke
Ausblick auf den Eibsee Die erwähnte Bergziege
Ausblick auf den Eibsee und eine der erwähnten Bergziegen 😉
Blick in Zielrichtung Gute Sicht auf dem Rückweg
Der Grund, warum es nicht weiter den Berg hinauf ging und eine schöhe Aussiche beim Rückmarsch (nach dem Regen).

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