Für alle die TrueCrypt nicht kennen: Hier geht es im Folgenden zwar um die Sicherung von Daten, allerdings hat es nichts mit Backup zu tun. Vielmehr geht es um die Sicherung der Daten vor Fremdzugriff!

Ich möchte fast meinen, dass der Großteil der Leser noch nicht so häufig Sorgen um die Sicherheit seiner Daten gemacht hat, darum heute der Hinweis wie einfach es doch ist.

Warum überhaupt Daten verschlüsseln? Weil deine Urlaubsfotos, digitalen Rechnungen und Liebesbriefe nicht jeden etwas angehen. Okay es kommt ja nicht jeder an deinen Computer, aber was ist mit deinem USB-Stick oder der kleinen 2,5″ Festplatte…? Sowas kann schonmal verloren gehen oder mutwillig entwendet werden…dann ist nur der Datenträger weg, TrueCrypt schützt aber deine Informationen!

TrueCrypt Lizenzvereinbarungen TrueCrypt Portable TrueCrypt Portable entpacken

Was also tun? TrueCrypt in der aktuellen Version herunterladen und als portable Version installieren. Klingt erstmal komisch, geht aber super einfach. Dazu braucht man nur die Lizenzvereinbarungen akzeptieren und im nächsten Fenster „Extract“ statt „Install“ zu wählen. Dann noch schnell sagen wo gespeichert werden soll (am Besten gleich der USB-Stick, damit es TrueCrypt auch immer dabei ist) und fertig!

TrueCrypt in der Übersicht

Nachdem das geschafft ist, startet ihr TrueCrypt. Für Einsteiger empfehle ich viá „Settings“ „Language…“ => „Download language pack“ die Deutsche Übersetzung zu organisieren, ist aber kein muss.

TrueCrypt Datei-Container erstellen TrueCrypt Standard Volumen erstellen

Nun erzeugt euch einen sicheren „Container“. Dazu klickt man auf „Extras“ und wählt „TrueCrypt-Volume erstellen“. Da wir ja keine ganze Festplatte oder unser Systemlaufwerk sichern wollen, ist die Vorauswahl „Einen verschlüsselten Datei-Container erstellen“ genau richtig. Danach direkt weiter klicken, denn ein Standard-Volumen reicht uns vorerst.

TrueCrypt Container erstellen TrueCrypt Container erstellen 2

Im nächsten Schritt soll dann die Datei benannt werden, die ihr als sicheren Container nutzt. Dazu gleich auf den Pfad des USB-Stick angeben und die Datei „Dateisystem.safe“ speichern. So könnt ihr am Dateinamen gleich erkennen was es für eine Datei ist, wenn ihr mal darüber im Explorer stolpert 😉

TrueCrypt Verschlüssellung

Nun müsst ihr euch für eine oder mehrere Verschlüsselungsmethoden entscheiden. Da ihr bisher vermutlich keine hattet, sollte es der Standard (AES) durchaus erstmal tun…falls ihr ein wenig paranoid seid, dann könnt ihr auch gleich auf Serpent-Twofish-AES setzen, was aber evtl. etwas hoch gegriffen sein könnte…
PS: Die beste Verschlüsselungsmethode ist sinnlos, wenn ihr drei Schritte weiter „moep“ oder euer Geburtsdatum als Passwort definiert!

TrueCrypt Container größe festlegen

Habt ihr euch für eine Art entschieden, dann gehts an die Größe des Containers. Bei der Größe solltet ihr euch überlegen, wieviel Platz ungeschützt bleiben kann / soll / muss. Für eine Stick mit 4GB würde ich z.B. empfehlen pauschal zwei bis drei GB zu verschlüsseln. So habt ihr noch ein Gig frei, falls ihr mal eben fix was auf den Stick machen wollt ohne das Passwort zu brauchen. Folglich tragt ihr im folgenden Fenster 2048 oder 3072 ein. Die Größe der Datei wird dann 2 bzw. 3 GB betragen.

TrueCrypt Passwort

Jetzt kommt der wichtigste Part: Euer Passwort! Wie oben schon erwähnt, wenn das Passwort Käse ist, dann könnt ihr euch die ganzen Mühen fast sparen…wobei es neugierige (aber unfähige) User natürlich trotzdem abhalten würde. Möchte man aber an eure Daten, dann ists leicht, solltet ihr hier gespart haben!

TrueCrypt formatieren

Nun habt ihr es fast geschafft. Nur noch schnell ein wenig mit der Maus im Fenster rumfahren, damit der Zufallswert für die Verschlüssellung durch TrueCrypt generiert werden kann. Habt ihr ein wenig rumgespielt, klickt ihr auf „Formatieren“ und eure sichere Container-Datei wird erstellt. Jetzt kurz warten…ist das geschafft, dann kommt eine Erfolgsmeldung und ihr habt das Schlimmste bereits hinter euch!

TrueCrypt Container einbinden TrueCrypt Passwort eingeben TrueCrypt Container eingebunden

Die Frage was diese große, verschlüsselte Datei euch nun bringt klärt sich sofort. Mit Hilfe von TrueCrypt könnt ihr diese nun als normalen Wechseldatenträger in Windows einbinden. Dazu oben in TrueCrypt einen Laufwerkbuchstaben wählen / markieren, unten „Datei…“ klicken und die Datei „Dateisystem.safe“ wählen. Nun „Einbinden“ klicken und noch schnell euer Passwort eingeben und schwupps, da ist euer sicheres Laufwerk.

Im Explorer / Arbeitsplatz / Computer solltet ihr nun einen neuen „Lokalen Datenträger“ haben. Das ist euer sicheres Laufwerk, welches ihr auch gern so benennen dürft. Alles was darauf abgelegt wird ist automatisch verschlüsselt und erst nach Passworteingabe mit TrueCrypt lesbar.

Diesen Prozess der Einbindung müsst ihr nun jedes mal machen, wenn ihr euren Rechner startet bzw. den USB-Stick einsteckt und die Daten aus der Container-Datei nutzen möchtet. Dafür sind diese Daten aber sicher verschlüsselt und nicht für jedermann zugänglich!

Wollt ihr nun nicht mehr mit den sicheren Daten arbeiten oder euren USB-Stick entfernen, müsst ihr in TrueCrypt nur den eingebundenen Datenträger wählen und „Trennen“ klicken. Alternativ einfach „Alle Trennen“, dann sind alle sicheren Laufwerke automatisch getrennt. Dies kann, je nach Einstellung, auch automatisch durch TrueCrypt erfolgen, wenn ihr den Datenträger beispielsweise einige Zeit (30min) nicht benutzt (darauf zugegriffen) habt.

Sicher ist, dass ein Neustart des Computers ganz sicher alle Laufwerke trennt bzw. nach dem Starten euer Passwort benötigt wird um an die Daten zu kommen!

Okay, nun habt ihr es geschafft. Ihr hab euch brav durch diese kleine Anleitung gelesen und hoffentlich dazu entschieden es zumindest mal zu testen. Über kurze oder auch ausführliche Meinungen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen. Einfach die Kommentarfunktion nutzen 🙂

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6 Antworten zu “Sicher deine Daten – nutze TrueCrypt”
  1. Sven sagt:

    Ein prima Anleitung, mit der Du hoffentlich den ein oder anderen motivieren kannst, sich mal näher mit dem wichtigen Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Ich nutze TrueCrypt auch für die sensiblen Daten auf meinem USB-Stick, und der ausschlaggebende Vorteil von TC war für mich die Tatsache, dass die Software für Linux, Windows und Mac erhältlich ist.

    Leider hat gibt aber auch einen Nachteil, den man unbedingt erwähnen sollte: Man benötigt Admin-Rechte, um TC unterwegs zu nutzen!

    Ob es aus Sicherheitsgründen überhaupt sinnvoll ist, einen TC-Container an einem Rechner ohne Admin-Rechte zu öffnen, sei mal dahingestellt – dass es gar nicht geht, sollte man aber wissen, damit es unterwegs keine bösen Überraschungen gibt.

    Bis denn,
    Sven

  2. mr.gene sagt:

    Hey Sven,
    danke für das Lob 🙂

    Ich meine aber bzw. bin mir fast sicher, dass die aktuelle portable Version von TrueCrypt auch ohne Admin-Rechte läuft! Sicherheitshalber werde ich das gleich mal testen 😉

    UPDATE
    Okay, hast recht…der portable Einsatz klappt nur bei vorhandenen Admin-Rechten :-/
    Wenn TrueCrypt aber einmal als Admin installiert wurde, dann kann man es auch als normaler User nutzen! Nicht in vollem Funktionsumfang, aber zumindest in soweit, dass die Daten ver- und entschlüsselt werden. Mehr dazu gibts hier

  3. PenZiuM sagt:

    Sehr schöner Artikel!
    Nutze TruCrypt selbst schon recht lange und kann das nur jedem Empfehlen.
    Nutzt du auch einen eigenen DNS Dienst oder VPN ?

    Gruß

    Jan

  4. mr.gene sagt:

    Moin Jan,
    TrueCrypt ist auch wirklich gut…ich bin mit Version 4.x eingesstiegen, also auch schon länger dabei 😉
    Einen DNS Dienst hab ich mal genutzt, aber aus mangelner Internetverbindung brauch ich nun vorerst keinen…aber wenn ich endlich mal DSL bekommen, dann werd ich auch sicher wieder davon gebrauch machen wollen!

  5. Matzek sagt:

    Ach, wer braucht schon Datensicherung 😀 Ich glaube an das Gute im Menschen…
    nein, natürlich nicht. Nette Anleitung, ich denke, das werde ich mir mal zu Gemüte führen 😉

    Viele Grüße,
    Matthias

  6. mr.gene sagt:

    Natürlich Matthias…es gibt nur gute Menschen die niemandem etwas böses wollen auf diesem Planeten ^^

    PS: Es ist noch einfacher als es hier klingt 😉

  7.  
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